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Amaranth: Was ist das? Gesundheit, Kochen und Kontroversen

Henry Arthur Cooper Sutton • 2026-07-01 • Gepruft von Hannah Fischer

Wer in letzter Zeit durch den Supermarkt gestreift ist, hat vielleicht kleine braune Körner entdeckt – Amaranth, miniaturisierte Getreidekörner von einer Pflanze, die schon die Azteken als Grundnahrungsmittel schätzten. Was es mit diesem Pseudogetreide auf sich hat, warum es als Superfood gilt und warum es nicht nur Begeisterung auslöst, zeigt dieser Überblick.

Protein pro 100 g: ca. 14 g ·
Glutenfrei: Ja ·
Kalorien pro 100 g: 371 kcal ·
Ballaststoffe pro 100 g: 6,7 g ·
Herkunft: Mittelamerika ·
Lysin-Gehalt: hoch (im Vergleich zu anderen Getreiden)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

Steckbrief Amaranth
Botanischer Name Amaranthus
Herkunft Mittel- und Südamerika
Verwendung seit ca. 4000 v. Chr.
Glutenfrei Ja
Proteinqualität Vollwertig (alle essenziellen Aminosäuren)
Bekannte Synonyme Rajgira, Ramdana, Kiwicha

Was ist Amaranth und wie isst man es?

Amaranth – der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet „unvergänglich“. Botanisch gehört das Korn zur Gattung Amaranthus und wird als Pseudogetreide eingeordnet, weil es sich wie Getreide verarbeiten lässt, aber nicht zu den Süßgräsern zählt. Schrot&Korn (Öko-Magazin) erklärt, dass die Samen und Blätter essbar sind und die Pflanze in Mittelamerika seit Jahrtausenden angebaut wird.

Wie heißt Amaranth auf Englisch?

Im Englischen heißt die Pflanze ebenfalls „amaranth“. In Indien ist sie als „rajgira“ oder „ramdana“ bekannt, in den Anden als „kiwicha“. Diese Namen tauchen häufig auf internationalen Rezeptseiten und in wissenschaftlichen Publikationen auf.

Ist Amaranth ein Getreide?

Nein, Amaranth ist kein echtes Getreide. Schrot&Korn weist darauf hin, dass es aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) stammt. Dennoch wird es wie Getreide verwendet: als ganzes Korn, als Mehl, gepoppt oder gekeimt.

Der Clou

Amaranth liefert pro 100 g roh rund 14–16 g Eiweiß – mehr als Weizen oder Reis. Das macht es besonders für Vegetarier und Veganer interessant (Essen & Trinken).

Fazit: Amaranth ist kein Getreide, aber eine nährstoffreiche Pseudogetreide-Alternative. Für alle, die glutenfrei essen müssen oder ihre Proteinzufuhr variieren wollen: Das Korn ist eine echte Option. Für Puristen, die echten Getreidegeschmack suchen: Der nussige, leicht erdige Ton von Amaranth kann gewöhnungsbedürftig sein.

Ist Amaranth gesund?

Die Nährwertdaten sprechen für sich: REWE (Lebensmittelhändler) gibt für 100 g rohes Amaranth 371 kcal, 14 g Eiweiß, 8,8 g Fett und 56,8 g Kohlenhydrate an. Die AOK (gesetzliche Krankenkasse) ergänzt 6,8–10,3 g Ballaststoffe sowie hohe Gehalte an Eisen (9 mg), Calcium (214 mg) und Magnesium (308 mg).

Welche Nährstoffe enthält Amaranth?

  • Eiweiß: 14–16 g/100 g – und vor allem Lysin, eine essentielle Aminosäure, die in den meisten Getreiden fehlt (AOK).
  • Ballaststoffe: bis zu 10 g/100 g, fördern die Verdauung (REWE).
  • Mineralstoffe: Eisen, Calcium, Magnesium, Phosphor (Liebherr FreshMAG).

Ist Amaranth glutenfrei?

Ja, Amaranth ist von Natur aus glutenfrei und eignet sich daher für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit. Essen & Trinken bestätigt, dass es in der glutenfreien Küche als Mehl oder ganzes Korn eingesetzt wird.

Kann Amaranth beim Abnehmen helfen?

Die Ballaststoffe und das Protein sorgen für ein langes Sättigungsgefühl. Die AOK weist darauf hin, dass gekochter Amaranth mit nur 102 kcal pro 100 g eine kalorienarme Beilage ist. Trotzdem sollte man wegen des Fettgehalts auf die Portionsgröße achten.

Das Paradox

Amaranth wirkt sättigend und nährstoffreich – doch genau die hohe Nährstoffdichte birgt für Menschen mit Nierenproblemen ein Risiko, weil Mineralstoffe wie Kalium und Phosphor in größeren Mengen belasten können.

Fazit: Amaranth ist gesund – aber kein Allheilmittel. Für Menschen mit Nierenerkrankungen oder Gicht ist Vorsicht geboten. Für alle anderen: ein wertvoller Eiweißlieferant, der satt macht und wichtige Mineralstoffe liefert.

Warum ist Amaranth umstritten?

Die Kontroverse hat zwei Wurzeln: eine historische und eine ernährungsphysiologische. Schrot&Korn berichtet, dass die spanischen Eroberer den Anbau von Amaranth im 16. Jahrhundert verboten, weil er in aztekischen Menschenopfer-Ritualen verwendet wurde. Die moderne Debatte dreht sich um Antinutritiva wie Oxalsäure und Phytinsäure.

Warum sollte man Amaranth meiden?

  • Oxalsäure kann die Aufnahme von Calcium und Eisen behindern und bei empfindlichen Personen Nierensteine begünstigen (Liebherr FreshMAG).
  • Phytinsäure bindet Mineralstoffe – ein Problem bei einseitiger Ernährung.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät laut einer deutschsprachigen Quelle von Amaranth im Kleinkind-Speiseplan ab – wegen der Antinutritiva.

Wer darf Amaranth nicht essen?

Menschen mit Nierensteinen, Gicht oder einer Histaminintoleranz sollten vorsichtig sein. Auch bei Schilddrüsenerkrankungen kann der hohe Jodgehalt (in manchen Sorten) problematisch sein.

Vorsicht

Wer regelmäßig größere Mengen Amaranth verzehrt, sollte auf eine ausreichende Calciumzufuhr achten, um das Oxalsäure-Risiko zu minimieren. Für Babys und Kleinkinder ist Amaranth in nennenswerten Portionen nicht geeignet.

Fazit: Amaranth ist kein gefährliches Lebensmittel, aber auch nicht das harmlose Superfood, das viele vermuten. Für gesunde Erwachsene ist der moderate Verzehr unbedenklich. Für Menschen mit Nierenproblemen, Gicht und für Kleinkinder: besser zu Quinoa oder Hirse greifen.

Was ist gesünder: Quinoa oder Amaranth?

Beide Pseudogetreide werden oft verglichen. Sechs Unterschiede, die die Wahl erleichtern:

Eigenschaft Amaranth Quinoa
Protein (roh, 100 g) 14–16 g (REWE) 12–14 g (Essen & Trinken)
Ballaststoffe 6,8–10,3 g (AOK) 5–7 g
Fett 8,8 g 6 g
Magnesium 308 mg (AOK) ca. 197 mg
Eisen 9 mg (AOK) ~4,5 mg
Glutenfrei Ja (Essen & Trinken) Ja
Kochzeit 20–30 Min. (NDR) 15–20 Min.
Geschmack nussig, erdig mild, leicht bitter
Die Entscheidung

Wer mehr Protein und Eisen braucht, wählt Amaranth. Wer einen milderen Geschmack und schnelleres Garen bevorzugt, bleibt bei Quinoa. Für Abwechslung abwechselnd verwenden – beide sind wertvoll.

Fazit: Amaranth hat die Nase vorn bei Protein und Eisen, Quinoa bei Kochzeit und Geschmacksneutralität. Für eine ausgewogene glutenfreie Ernährung lohnt sich beides.

Wie kocht man Amaranth?

Die Zubereitung ist einfacher, als die winzigen Körner vermuten lassen. NDR (Ratgeber) empfiehlt, die Samen vor dem Kochen gründlich zu spülen, um Bitterstoffe zu entfernen.

Kann man Amaranth roh essen?

Nein, rohe Amaranthsamen sind schwer verdaulich und enthalten Antinutritiva. Essen & Trinken betont, dass Amaranth immer gekocht, gepoppt oder gebacken werden sollte. Gepoppte Amaranthkörner (ähnlich Popcorn) sind eine beliebte Knabberei.

Welche Gerichte kann man mit Amaranth zubereiten?

  • Frühstücksbrei: mit Milch oder Pflanzenmilch kochen, mit Obst und Nüssen verfeinern.
  • Beilage zu Gemüsegerichten oder Currys.
  • Salate: gekühlt mit Tomaten, Gurken und Kräutern.
  • Backen: Amaranthmehl (bis zu 25 % des Mehls ersetzen) für Brote, Kekse und Pfannkuchen.
  • Gepoppt: als Topping für Müsli, Joghurt oder Desserts.

Schritt-für-Schritt: Amaranth kochen

  1. Amaranth in ein feines Sieb geben und unter kaltem Wasser abspülen.
  2. In einem Topf 1 Teil Amaranth mit 3 Teilen Wasser oder Brühe aufkochen (Essen & Trinken empfiehlt das Verhältnis 1:3).
  3. Hitze reduzieren und bei niedriger Temperatur 20–25 Minuten köcheln lassen, bis das Wasser aufgenommen ist (NDR).
  4. Vom Herd nehmen, 5 Minuten quellen lassen, dann mit einer Gabel auflockern.
  5. Nach Belieben salzen oder mit Kräutern würzen.
Fazit: Amaranth zu kochen ist unkompliziert, erfordert aber etwas mehr Wasser und Zeit als andere Körner. Der Aufwand lohnt sich für ein nussiges, proteinreiches Ergebnis. Roh darf es nie auf den Teller – gepoppt oder gekocht ist es sicher.

Zeitleiste: Amaranth durch die Jahrhunderte

  • ca. 4000 v. Chr. – Erster nachweislicher Anbau in Mittelamerika. Die Azteken nutzen Amaranth als Grundnahrungsmittel und rituelle Opfergabe.
  • 16. Jahrhundert – Spanische Eroberer verbieten den Amaranthanbau wegen seiner Rolle in aztekischen Ritualen.
  • 1970er Jahre – Wiederentdeckung durch die westliche Ernährungsforschung. Amaranth wird als „Superfood“ vermarktet.
  • Heute – Amaranth ist weltweit als glutenfreie, proteinreiche Alternative bekannt. Die Forschung zu gesundheitlichen Langzeiteffekten ist noch nicht abgeschlossen.
Fazit: Die wechselvolle Geschichte des Amaranths – von der aztekischen Götterpflanze über das spanische Verbot bis zur modernen Superfood-Welle – zeigt, wie sehr kulturelle und politische Faktoren unsere Ernährung prägen. Heute steht das Korn zwischen Gesundheitsversprechen und Vorsicht.

Sicherheit und Klarheit

Bestätigte Fakten

  • Amaranth ist glutenfrei (Essen & Trinken).
  • Amaranth enthält mehr Lysin als die meisten Getreide (AOK).
  • Amaranth wurde von den Azteken kultiviert und von Spaniern unterdrückt (Schrot&Korn).

Was unklar ist

  • Die gesundheitlichen Auswirkungen bei hohem Konsum (Oxalsäure) sind nicht vollständig erforscht (Liebherr FreshMAG).
  • Langzeitwirkungen von Amaranth bei Nierenkranken sind unzureichend belegt (Zentrum der Gesundheit).

Diese Einteilung verdeutlicht, wie viel in der Amaranth-Forschung noch offen ist.

Stimmen aus Forschung und Geschichte

„Amaranth ist ein Paradebeispiel für ein funktionelles Lebensmittel mit dualer Natur – hohem Nährwert einerseits, aber auch potenziellen Risiken durch Antinutritiva, die je nach Verzehrmenge und individueller Gesundheit unterschiedlich wirken können.“

– Dr. J. Baraniak, PMC-Studie (2022)

„Die Pflanze wurde von den Azteken nicht nur als Nahrung geschätzt, sondern auch für religiöse Zeremonien verwendet – was letztlich zu ihrem Verbot durch die spanischen Kolonialherren führte.“

Wikipedia – Amaranth (botanische und historische Einordnung)

„Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät wegen der Antinutritiva im Amaranth davon ab, größere Mengen in den Speiseplan von Kleinkindern aufzunehmen.“

Liebherr FreshMAG, Verweis auf DGE-Empfehlung

Fazit und Ausblick

Amaranth ist kein Wundermittel, aber ein bemerkenswert nährstoffreiches Pseudogetreide, das in Maßen genossen eine Bereicherung für jede Küche sein kann. Die historische Kontroverse mahnt zur Bescheidenheit: Was einst als Götternahrung galt, ist heute ein Produkt der Superfood-Industrie. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland, die glutenfrei leben oder ihre Proteinquellen diversifizieren möchten, bietet Amaranth eine echte Alternative – sofern sie auf die richtige Zubereitung achten und mögliche Risiken (Oxalsäure, Phytinsäure) nicht ignorieren. Die Entscheidung ist klar: Wer abwechslungsreich isst und auf seinen Körper hört, kann Amaranth bedenkenlos genießen. Wer jedoch zu Nierensteinen neigt oder Kleinkinder ernährt, sollte zurückhaltender sein – oder auf Quinoa ausweichen.

Ähnlich wie Amaranth erfreut sich auch Grünkohl und seine Zubereitung wachsender Beliebtheit in der gesundheitsbewussten Küche.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Amaranth roh essen?

Nein, rohe Amaranthsamen sind schwer verdaulich und enthalten Antinutritiva. Sie müssen immer gekocht, gepoppt oder gebacken werden.

Wie lagert man Amaranth am besten?

In einem luftdichten Behälter, kühl, trocken und dunkel. Gekocht hält er sich im Kühlschrank 3–4 Tage.

Ist Amaranth für Kinder geeignet?

Für Kleinkinder unter 2 Jahren wird wegen der Antinutritiva (Oxalsäure) eher abgeraten. Für ältere Kinder in Maßen unbedenklich.

Wo kann man Amaranth in Deutschland kaufen?

In Bioläden, Reformhäusern, gut sortierten Supermärkten (z. B. Rewe, Edeka) und online.

Ist Amaranth während der Schwangerschaft sicher?

In üblichen Portionen ja. Aufgrund des Oxalsäuregehalts sollte man jedoch nicht übermäßig viel konsumieren und auf eine ausreichende Calciumzufuhr achten.

Schmeckt Amaranth bitter?

Manche Sorten können eine leichte Bitterkeit haben. Gründliches Spülen vor dem Kochen hilft.

Wie viele Kalorien hat Amaranth pro Portion?

Eine Portion gekochter Amaranth (ca. 150 g) liefert etwa 150 kcal (Food Struct).

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