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Biack Tulln – Polizeikommissär und NS-Widerstandskämpfer

Henry Arthur Cooper Sutton • 2026-04-14 • Gepruft von Hannah Fischer

Karl Biack, geboren am 12. September 1900 in Tulln, Niederösterreich, war ein österreichischer Polizeikommissär und entschiedener Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Seine Verbindung zu Tulln prägte sein gesamtes Leben – von der Schulzeit über seine Ordenszugehörigkeit bis hin zur Beisetzung seiner sterblichen Überreste nach dem Krieg. Der Fall dieses Aktivisten wirft light auf die brutale Verfolgung von Regimegegnern während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Biack wurde wegen des Abhörens verbotener ausländischer Sender wie BBC London und Beromünster aus der Schweiz zum Tode verurteilt. Die Anklage lautete auf „Rundfunkverbrechen” und „Vorbereitung zum Hochverrat”. Am 7. November 1944 wurde er in München-Stadelheim hingerichtet. Sein Schicksal steht exemplarisch für die Schicksale zahlreicher Österreicher, die während des Zweiten Weltkriegs für ein freies, selbständiges Österreich eintraten.

Wer war Karl Biack? Das Leben eines Widerstandskämpfers

Geburtsdatum und -ort
12. September 1900, Tulln, Niederösterreich
Beruf und Ausbildung
Polizeikommissär, Dr. iur. (Universität Wien, 1930)
Widerstandsaktivität
Ab 1941: Abhören verbotener Sender, habsburgischer Separatismus
Todesurteil und Hinrichtung
7. November 1944, München-Stadelheim

Wichtige Stationen und Erkenntnisse

  • Biack gründete 1919/20 die katholische Pennalie Nibelungia in Melk mit und war maßgeblich an der Entstehung der MKV-Verbindung Comagena in Tulln beteiligt.
  • Nach einer Ordenszeit von 1922 bis 1926 studierte er Rechtswissenschaften und trat der Wiener Verbindung Norica bei.
  • Seine berufliche Laufbahn führte ihn über Versicherungsarbeit und Tätigkeit als Chauffeur bis zum Polizeikommissär in Salzburg (ab 1934).
  • Im Frühjahr 1938 wurde er aufgrund politischen Verdachts entlassen, in den Ruhestand versetzt und von der Gestapo überwacht.
  • Seine Widerstandsgruppe umfasste Gleichgesinnte wie Franz Seywald und verbreitete Propaganda für ein freies Österreich.
  • Nach seiner Verhaftung auf Denunziation durch Peter Garden erhielt seine Frau zwei Jahre Haft.

Faktenübersicht zu Karl Biack

Aspekt Details Quelle
Geburtsdatum 12. September 1900 ÖCV-Biolex, Salzburgwiki
Geburtsort Tulln, Niederösterreich ÖCV-Biolex, Salzburgwiki
Akademischer Abschluss Dr. iur., Universität Wien (1930) ÖCV-Biolex
Letzter Dienstort Salzburg (Polizeikommissär) ÖCV-Biolex, Salzburgwiki
Widerstandsaktivitäten Ab 1941: Feindsender-Abhören in Salzburg ÖCV-Biolex, Salzburgwiki
Verhaftung Frühjahr 1944 nach Denunziation ÖCV-Biolex, Salzburgwiki
Prozess 21.–22. Juli 1944 vor Volksgerichtshof Salzburg ÖCV-Biolex, Salzburgwiki
Hinrichtung 7. November 1944, München-Stadelheim ÖCV-Biolex, Salzburgwiki

Kindheit und Ausbildung in Tulln

Karl Biack wurde am 12. September 1900 in Tulln an der Donau geboren. Die Stadt Tulln, die während der Herrschaft von Leopold VI. (1195–1230) das Stadtrecht erhielt und im 13. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blüte erlebte, bot den Rahmen für Biacks frühe Jahre. Die historische Bedeutung dieser niederösterreichischen Stadt zeigt sich auch in Bauwerken wie dem Minoritenkloster, das urkundlich bereits 1324 erwähnt wurde.

Schulzeit und frühe Prägung

Biack besuchte die Volksschule und Bürgerschule in Tulln, bevor er am Benediktinergymnasium in Melk seine höhere Bildung fortsetzte. Dort legte er 1919 den Grundstein für sein lebenslanges Engagement in der katholischen Akademikerschaft. Gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten gründete er die Pennalie Nibelungia, die später als MKV-Verbindung fortbestand. Von 1922 bis 1925 bekleidete er das Amt des ersten Philisterseniors dieser Verbindung.

Ordenszeit und Studienjahre

1922 trat Biack in einen Orden ein und legte 1925 ewige Gelübde ab. Bereits ein Jahr später, 1926, verließ er den Orden jedoch mit Genehmigung und wandte sich dem Studium der Rechtswissenschaften zu. An der Universität Wien promovierte er 1930 zum Doktor der Rechte (Dr. iur.). Während dieser Zeit wurde er Mitglied der studentischen Verbindung Norica, unter dem Couleurname Gernot.

Historischer Kontext

Die Verbindung zwischen Tulln und dem Akademikerverband MKV zeigt sich auch darin, dass Biack 1919/20 gemeinsam mit Leopold Figl – späterer ÖVP-Politiker und Landeshauptmann von Niederösterreich – die Comagena ferialis in Tulln gründete. Diese Verbindung besteht bis heute als MKV-Verbindung Comagena Tulln fort.

Polizeikarriere und Entlassung

Nach seinem Studium arbeitete Biack zunächst in verschiedenen Berufen, unter anderem bei Versicherungen und als Chauffeur. 1934 fand er seine definitive berufliche Laufbahn als Polizeikommissär in Salzburg. Diese Position ermöglichte ihm Einblicke in staatliche Strukturen und Behördenapparate, die später für seine Widerstandsarbeit von Bedeutung sein sollten.

Die Zeit nach dem „Anschluss”

Mit dem „Anschluss” Österreichs an das Deutsche Reich im Frühjahr 1938 veränderte sich die Lage für Biack dramatisch. Aufgrund politischen Verdachts wurde er entlassen und in den Ruhestand versetzt. Die Gestapo nahm ihn unter Beobachtung, was sein weiteres Leben stark einschränkte. Nach seiner Entlassung fand er eine Anstellung im Wirtschaftsamt in Traunstein, Bayern, wo er bis zu seiner Verhaftung arbeitete.

Ergänzende Information

Seine berufliche Degradierung vom Polizeikommissär zum Angestellten im Wirtschaftsamt verdeutlicht die systematische Verfolgung politisch missliebiger Beamter nach dem „Anschluss”. Die Gestapo-Überwachung表明 seine oppositionelle Haltung den Nationalsozialisten gegenüber den Behörden bekannt war.

Widerstandstätigkeit und Prozess

Ab 1941 begann Biack gemeinsam mit Gleichgesinnten, insbesondere dem Widerstandskameraden Franz Seywald, in Salzburg verbotene Sender zu empfangen. Dazu gehörten der BBC London sowie der Schweizer Sender Beromünster. Das Abhören dieser Sender war streng verboten und wurde vom NS-Regime als Hochverrat gewertet.

Ziele der Widerstandsgruppe

Die Gruppe um Biack verfolgte konkrete politische Ziele: die Verbreitung von Propaganda für ein „freies, selbständiges Österreich” und die Unterstützung des habsburgischen Separatismus. Diese Bestrebungen standen in direktem Widerspruch zur nationalsozialistischen Ideologie und Praxis. Die Anklageschrift präzisierte später:

„Die Angeschuldigten […] klage ich an, von 1941 bis 1944 […] durch Förderung des habsburgischen Separatismus ein hochverräterisches Unternehmen vorbereitet zu haben, indem sie Rundfunkabhörgemeinschaften bildeten […]”

Verhaftung und Gerichtsverfahren

Biack wurde im Frühjahr 1944 auf Denunziation durch Peter Garden verhaftet. Der Prozess fand am 21. und 22. Juli 1944 vor dem Volksgerichtshof Salzburg statt, wobei Roland Freisler – berüchtigt für seine harten Urteile – den Vorsitz führte. Das Urteil lautete auf Tod durch das Fallbeil.

Am 11. September 1944 wurde Biack nach München-Stadelheim überstellt, wo er am 7. November 1944 hingerichtet wurde. Seine Frau, die in die Widerstandsaktivitäten eingeweiht war, erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren.

Urteil und Vollstreckung

Die Verurteilung wegen „Vorbereitung des Hochverrates” und „Rundfunkverbrechen” zeigt, wie das NS-Regime selbst das Abhören ausländischer Sender als todeswürdiges Verbrechen behandelte. Der Volksgerichtshof unter Freisler war bekannt für seine schnellen und unnachgiebigen Urteile gegen regimekritische Personen.

Chronologie: Die wichtigsten Daten im Überblick

  1. 1900: Geburt in Tulln, Niederösterreich. ÖCV-Biolex
  2. 1919: Mitbegründer der Nibelungia in Melk und der Comagena ferialis in Tulln mit Leopold Figl. ÖCV-Biolex
  3. 1922–1926: Ordenszugehörigkeit und Austritt. ÖCV-Biolex
  4. 1926–1930: Studium der Rechtswissenschaften in Wien, Promotion zum Dr. iur. ÖCV-Biolex
  5. 1934: Eintritt in den Polizeidienst als Kommissär in Salzburg. ÖCV-Biolex
  6. 1938: Entlassung aufgrund politischen Verdachts, Beginn der Gestapo-Überwachung. Salzburgwiki
  7. 1941–1944: Feindsender-Abhören und Verbreitung von Propaganda für ein freies Österreich. ÖCV-Biolex, Salzburgwiki
  8. Frühjahr 1944: Verhaftung nach Denunziation. ÖCV-Biolex, Salzburgwiki
  9. Juli 1944: Prozess vor dem Volksgerichtshof Salzburg, Todesurteil. ÖCV-Biolex, Salzburgwiki
  10. 7. November 1944: Hinrichtung durch Fallbeil in München-Stadelheim. ÖCV-Biolex, Salzburgwiki

Gesicherte Erkenntnisse und offene Fragen

Gesicherte Informationen

  • Geburtsdatum und -ort: 12. September 1900, Tulln
  • Akademischer Abschluss: Dr. iur. (Wien, 1930)
  • Polizeikommissär in Salzburg ab 1934
  • Entlassung und Gestapo-Überwachung ab 1938
  • Widerstandsaktivitäten ab 1941
  • Verhaftung Frühjahr 1944
  • Prozesstermin: 21.–22. Juli 1944
  • Todesurteil durch Volksgerichtshof
  • Hinrichtung: 7. November 1944
  • Ehrenzeichen 1977 posthum

Unklare Aspekte

  • Genauer Verwandtschaftsgrad zu Otto Biack, Autor der Tullner Stadtgeschichte
  • Konkrete Umstände der Denunziation durch Peter Garden
  • Aktuelle Bevölkerungszahlen von Tulln
  • Details zur Anhörung vor Gericht
  • Genauer Wortlaut der Verteidigungsrede

Tulln: Der historische Rahmen

Tulln an der Donau, die Heimatstadt von Karl Biack, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Stadt erhielt unter Herzog Leopold VI. das Stadtrecht und erlebte im 13. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit durch Handel und bürgerliches Engagement. Diese historische Prägung als selbstbewusste Stadtgemeinde bildet den Hintergrund für Biacks spätere Überzeugungen.

Bemerkenswert ist die Verbindung Tullns zur katholischen Kirchengeschichte. Das Minoritenkloster wurde urkundlich bereits 1324 erwähnt, während das Kaiserliche Frauenstift Tulln von 1280 bis 1782 existierte. Die starke katholische Tradition prägte auch Biacks Bildungsweg und seine Zugehörigkeit zu Orden und studentischen Verbindungen. Erfahren Sie mehr über Karl Biack, einen Polizeikommissär und Widerstandskämpfer, unter Černá včela nebezpečná návrat Polska.

Ein möglicher Verwandter, Otto Biack, verfasste 1966 das umfangreiche Werk „Geschichte der Stadt Tulln” mit 473 Seiten, Plänen und Abbildungen. Dieses Buch dokumentiert die reiche Geschichte der Stadt und könnte weitere Informationen über die Familie Biack enthalten.

Quellen und Zeitzeugnisse

Die Quellenlage zu Karl Biack ist relativ gut dokumentiert, wobei die Primärquellen aus dem ÖCV-Biolex und dem Salzburgwiki stammen. Diese Quellen werden durch sekundäre Literatur zur Stadtgeschichte Tulln ergänzt.

„Biack stellte seit 1941 in Gegenwart seiner Ehefrau das […] Rundfunkgerät […] zum Empfang der […] Londoner oder Schweizer Sender ein.”

— ÖCV-Biolex, Eintrag Karl Biack

Eine Gedenktafel an der Bundespolizeidirektion Salzburg (errichtet 1948) und ein Stolperstein vor seinem letzten Wohnhaus in Salzburg (Prälat-Winkler-Straße 7, verlegt 2014) erinnern an sein Schicksal. Die posthum verliehene Auszeichnung „Ehrenzeichen für Verdienste um Österreichs Befreiung” im Jahr 1977 dokumentiert die nachträgliche Anerkennung seines Widerstands.

Zusammenfassung und Bedeutung

Karl Biack verkörpert den Widerstand österreichischer Beamter gegen das NS-Regime. Sein Bildungsweg von Tulln über das Benediktinergymnasium in Melk bis zur Promotion in Wien, seine Ordenszugehörigkeit und seine Karriere als Polizeikommissär zeigen einen Mann, der fest in katholischen und österreichischen Traditionen verwurzelt war. Seine Verurteilung wegen des Abhörens ausländischer Sender verdeutlicht die Brutalität des NS-Justizapparats.

Die Verbindung zu Tulln blieb zeitlebens bestehen – nicht nur durch seine Geburt und Schulausbildung, sondern auch durch die Überführung seines Leichnams nach dem Krieg. Der 2014 verlegte Stolperstein vor seiner Salzburger Wohnung sichert sein Andenken im öffentlichen Raum. Mehr über österreichische Widerstandskämpfer wie Franz Seywald und der Kampf für ein freies Österreich bietet der Artikel auf Pressejournal, der weitere Einblicke in die Widerstandsgeschichte dieser Epoche gibt.

Häufig gestellte Fragen

Warum wurde Karl Biack hingerichtet?

Er wurde wegen „Rundfunkverbrechen” und „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Das Abhören verbotener ausländischer Sender wie BBC London und Beromünster galt nach NS-Recht als todeswürdiges Verbrechen.

Was war der habsburgische Separatismus?

Dabei handelte es sich um eine Bewegung, die sich für ein unabhängiges Österreich unter habsburgischer Führung einsetzte – im Gegensatz zur nationalsozialistischen Herrschaft über Österreich.

Welche Verbindung hatte Biack zu Tulln?

Er wurde 1900 in Tulln geboren, besuchte dort Schule und gründete 1919/20 mit Leopold Figl die Comagena ferialis. Nach seinem Tod wurde sein Leichnam nach Tulln überführt.

Wer waren seine Mitstreiter?

Zu seinen Gleichgesinnten gehörte unter anderem Franz Seywald. Gemeinsam betrieben sie ab 1941 in Salzburg Widerstandsaktivitäten durch das Abhören verbotener Sender.

Wann erhielt Biack posthum Ehrungen?

1977 wurde ihm das Ehrenzeichen für Verdienste um Österreichs Befreiung verliehen. 2014 wurde ein Stolperstein vor seinem letzten Wohnhaus in Salzburg verlegt.

Was geschah mit seiner Familie?

Seine Frau wurde mit zwei Jahren Haft bestraft. Details über mögliche Kinder oder weitere Familienangehörige sind in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert.

Warum ist Tulln historisch bedeutsam?

Tulln erhielt unter Leopold VI. das Stadtrecht und erlebte im 13. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Die Stadt verfügt über ein Minoritenkloster (urkd. 1324) und war Sitz eines Kaiserlichen Frauenstifts (1280–1782).

Henry Arthur Cooper Sutton

Uber den Autor

Henry Arthur Cooper Sutton

Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.